Der Siegeszug des Whisky

In der letzten Ausgabe habe ich auf den „Thous and Mountains McRaven“ Whisky aufmerksam gemacht, der in Kallenhardter Rabenbrennerei gebrannt wird, aber mindestens drei Jahre in Eichenfässern lagern muss, bevor er den unverwechselbaren Geschmack entwickelt.

Es dauerte nicht lange, da begannen die Engländer auch beim Lebenswasser durch nicht unerhebliche Steuerbelastungen ihren „way of life“ aufzubessern. Übrigens heute noch fließt der größte Teil der Whiskyabgaben aus Schottland nach London, weshalb auch aus diesem Grund die Mehrheit der Schotten sich heimlich nach Unabhängigkeit von der englischen Krone sehnt.

Lange haben sich die betroffenen Whiskybrenner verzweifelt gegen diese zum Teil enorme Besteuerung gewehrt und weiterhin, vor allem in dem entlegenen Hochland und auf den zurückgezogenen Inseln, schwarz weitergebrannt. Es gab immer wieder erbitterte Auseinandersetzungen mit den englischen Steuerbeamten mit Mord und Totschlag.

Später im 19. Jahrhundert konnte durch Gesetze, aber auch durch technische Fortschritte bei der Whisky-herstellung, in Verbindung mit dem aufstrebenden Export in viele Länder, mit gezielter Vermarktung durch große und mächtige Destillerien, eine gewisse Ordnung auf dem Whiskymarkt erreicht werden.

Mit der Einwanderungswelle nach Nordamerika entwickelte sich im bedeutenden Umfang der amerikanische Whisky mit eigenem Geschmack und anderen Herstellungsprozessen. – Zur Unter-scheidung schreibt man Produkte aus den USA und Irland mit ey als „Whiskey“. Inzwischen ge-hört dieses Getränk zu den wichtigsten auf dem gesamten Spirituosenmarkt und hat den Siegeszug in alle Welt angetreten. Die größte Brennerei steht heute in Japan. Als viertgrößte Marke weltweit bezeichnet sich „McDo-well`s McDo-well`s, obgleich dieses Destillat mit dem schottischen Namen aus Melisse anstatt Getreide gebrannt wird und daher in Europa und in Nordamerika nicht als Whisky bezeichnet bzw. dorthin verkauft werden darf.

Doch zurück zum wahren Whisky im Sauerland: Auch hier kann sich leider niemand mehr strengsten Kontrollen und der Besteuerung entziehen und sich erlauben, selbst im verschwiegenen Kallenhardt/Sauerland eine Schwarzbrennerei zu betreiben, obwohl dies McRaven/RabenBrennerei gut stehen und die Abfüllungen noch spannender und geheimnisvoller machen würde.

Von Jürgen Brandes

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