Kaffeefahrten
Der verlockende Gewinn und die Kaffeefahrtrten
Von Siegfried Baum

Kaffeefahrten sind leider nicht verboten, wenngleich die Methoden und Tricks der dubiosen Geschäftemacher ausschließlich dem eigenen Profit und dazu dienen, arglose, zumeist ältere Menschen hinters Licht zu führen. Es geht dabei sicher nicht um eine erholsame Bustour ins Blaue, sondern einzig und allein um den Verkauf von zum Beispiel vollkommen überteuerten Haushalts- und fragwürdigen Gesundheitsartikeln. In der Regel werden entlegene Gasthöfe als Veranstaltungsraum angesteuert, wo man oft stundenlang „festgehalten“ wird, was eigentlich nur als Strapaze empfunden werden muss. Die Teilnahme abzubrechen und sich selbstständig wieder auf den Heimweg zu machen, gestaltet sich schon aufgrund der Lage des Veranstaltungsortes schwierig und wird geschickt versucht zu unterbinden. Die mit allen Wassern gewaschenen Verkäufer verfügen über eine erschlagende Redegewandtheit und dulden keine kritischen Fragen. Mitarbeiter des Veranstalters tarnen sich als Mitreisende und heizen quasi als „Lockvögel“ die Verkaufsshow an.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die massenhaft versendten Gewinnmitteilungen nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen. Obwohl man an gar keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, landen persönliche Briefe von Firmen im Briefkasten, die sich zum Beispiel als Gewinn- oder Reservierungsservice vorstellen und hohe Geld und Sachgewinne versprechen. Und natürlich können die Gewinne nur eingelöst werden, wenn man an einem und dazu noch kostenlosen Tagesausflug teilnimmt. Kontaktaufnahmen zu den Veranstaltern bleiben in der Regel ohne Erfolg, da es sich häufig um Briefkastenfirmen handelt. Selbst, wenn man gemäß dem Gesetz Anspruch auf Aus-händigung des Gewinnes hat, wird man dieses Recht nur in den seltensten Fällen durchsetzen können.
Ich weiß von Teilnehmern, die dem durch die Verkäufer aufgebauten Druck nicht standhalten konnten und einen Kaufvertrag für eine Heizdecke über knapp 1200,00 € unterschrieben haben, deren tatsächlicher Wert aber bestenfalls bei 150,00 € lag. Wenn dann noch vergessen wird, von seinem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen, bleibt einem nichts Anderes übrig, als sich schwarz zu ärgern.
Hier mein Rat:
Lassen Sie sich von solchen Gewinnversprechen und phantasievollen Produktanpreisungen nicht blenden! Ein Bundesverdienstorden dem Wohltäter, der Sie ohne eigennützige Hintergedanken und dann auch noch umsonst durch die Gegend kutschiert!
Lassen Sie sich auf keinen Fall vor Ort zu irgendeiner Unterschrift drängen! Ist es dann doch passiert, so widerrufen Sie den Kaufvertrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen schriftlich per Einschreiben mit Rückschein. Gleiches gilt für die Rücksendung der gekauften Ware.
Am besten wäre es allerdings, wenn Sie es nur den Dummen überließen, durch die Teilnahme an solchen Kaffeefahrten die Taschen dieser „Bauernfänger“ zu füllen. Tagesfahrtenangebote hiesiger Busunternehmen und Reisebüros haben zwar ihren Preis, sind aber seriös und vor allem erholsam und kulturell wertvoll.

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