Im Alter Medizin nur noch in eingeschränkter Dosis?

Bekommt auch in Zukunft jeder Kranke jede Medizin?

Die Frage ist berechtigt, die Antworten darauf werden immer schwieriger und müssen von Politik, Gesellschaft und Ärzteschaft redlich beantwortet werden.

Die Frage lautet also, wie weit soll sich das öffentliche Gesundheitswesen beschränken. Bestes Beispiel ist das Gesundheitswesen in Großbritannien mit der darin enthaltenen Verweigerung eines neuen Hüftgelenks für Patienten über 80 Jahren.

Um dies zu verhindern, muss über eine künftige Finanzierung des Gesundheitswesens nachgedacht werden. Aktuell besteht im deutschen Gesundheitssystem ein Nebeneinander von privater Krankenversicherung (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV).
Es zeigt sich aber auch zunehmend, dass für jeden von uns zum Erhalt eines guten Gesundheitssystems gerade im Alter die monatlichen Kosten exorbitant ansteigen. Wie lange ist also das System noch so zu halten?

Ein viel diskutiertes Schlagwort ist Priorisierung medizinischer Leistungen, das bedeutet, nicht jeder Kranke soll mehr jede Therapie bekommen. Für jedes Alter entstehen Krankheitskataloge, die letztendlich Rationierung bedeuten würden. Die Forderung jedes Einzelnen muss jedoch sein, auch noch im hohen Alter eine neue Hüfte zu bekommen, um in Qualität eventuell weiter Sport zu treiben oder den Kinderwagen der Enkel schieben zu können.
Aus diesem Grunde ist in zunehmendem Maße von jedem von uns auf der einen Seite Eigenverant-wortung gefragt, aber auch Solidarität. Es darf nicht passieren, dass eine Bevormundung durch Krankenkasse und Staat entsteht, die die Freiheit der Patienten-Arztbeziehung und vor allen Dingen die Freiheit der Therapie, somit die Freiheit der Medizin, insgesamt in Frage
stellt.
Die Leser des Rabenblattes können sich darauf verlassen, dass ihre Ärzteschaft und auch ambulant tätige Pflegegruppen, sich für die Freiheit ihrer Patientinnen und Patienten einsetzen werden, um nicht Pflege und Medizin in eingeschränkter Dosierung zu erhalten, sondern in richtiger Dosierung ohne Komplikationen für ein langes selbstbestimmtes Leben in Qualität, auch noch mit der zweiten Hüfte und möglicherweise kompetentem Schrittmacher.

Von Dr. Rolf Cramer
Krankenhaus Warstein
Maria Hilf

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